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Musik

Die Musik ist einer der wesentlichen Bestandteile der Capoeira. Der Kreis, in dem immer zwei Capoeiristas miteinander spielen, heißt roda. Er wird gebildet von den Mitgliedern der Gruppe und der bateria (port. „Orchester“). Traditionell gehören zur bateria immer mindestens eine, oft auch mehrere Berimbaus, ein oder mehrere Pandeiros und eine Atabaque. Weitere Instrumente sind Agogô und Reco-reco.

Die Berimbau
Die Berimbau ist das wichtigste Instrument in der roda; sie gibt vor, wie schnell das Spiel ist und welchen Charakter es hat (ob also zum Beispiel näher am Boden oder mit mehr Tritten und, teilweise gedrehten, Sprüngen gespielt wird etc.).
Es handelt sich dabei um einen Bogen, der aus einem Holzstab (verga), vorzugsweise aus Biriba-Holz, besteht. Er wird mit einer Metallsaite (arame) gespannt; meist wird als arame Autoreifendraht oder eine Klavierseite verwendet. Ein ausgehölter Flaschenkürbis (cabaҫa) dient als Klangkörper. Mit einer Hand hält man die Berimbau und eine Münze oder einen Stein (dobrão oder petrão), in der anderen eine kleine Rassel (caxixi) und ein Schlagstöckchen (baqueta).
Die Klangtiefe bzw. -höhe einer Berimbau ist abhängig von der Größe der cabaҫa. Hierbei gilt: je größer die cabaҫa, desto tiefer der Ton. Eine Berimbau mit einer großen cabaҫa nennt man Gunga, eine Berimbau mit einer mittelgroßen cabaҫa heißt Médio und eine Berimbau mit einer kleinen cabaҫa Viola.
In der roda gibt immer die Gunga den Rhythmus (toque) vor, die Viola variiert und die Médio hält den Rhythmus, kann aber auch variieren.

Die Atabaque
Die Atabaque ist eine große Seiltrommel, die den Grundrhythmus unterstützt. Sie setzt nach den Berimbaus ein. Es wird, im Gegensatz zu etwa Berimbau oder Pandeiro, immer nur eine Atabaque gespielt.

Das Pandeiro
Das Pandeiro ist ein Schellentamburin, mit der Besonderheit, dass die Schellen nach innen gewölbt sind; so klingen sie etwas leiser. Auch das Pandeiro unterstützt den Grundrhythmus und setzt meist nach der Atabaque ein.

Die Palmas
Zu Deutsch: Die Hände bzw. Handflächen. In einer Capoeira-roda wird immer mitgeklatscht und -gesungen! Das sollte aber niemanden abschrecken -man muss nicht sofort alle Texte kennen, und viele Lieder erfordern nicht viel mehr als ein ‚La la e la‘ oder ähnliches.

Agogô und reco-reco
Diese beiden Instrumente kann aber muss man nicht immer in einer roda finden. Ein Agogô kann entweder aus zwei länglichen, miteinander verbundenen Metallglocken oder aus zwei halbierten, kleineren und an einem Holzstab befestigten Flaschenkürbissen bestehen, die abwechselnd und im Rhythmus des Klatschens mit einem weiteren Holzstab angeschlagen werden. Eine dieser beiden Glocken bzw. Kürbisse erzeugt immer einen höheren Ton als die andere.
Das reco-reco ist eine Ratsche, die aus der selben Art Flaschenkürbis besteht wie auch die cabaҫa der Berimbau, allerdings aus einer länglicheren anstatt einer runden Form. An der Oberseite ist es eingeritzt bzw. -gesägt; mit einem Holzstäbchen ‚ratscht‘ man darüber, um so das charakteristische Geräusch zu erzeugen.