Capoeira Geschichte
Capoeira ist eine Kampf-Tanz-Spiel-Akrobatiksportart mit Musik und spirituell-philosophischen Aspekten und Capoeira ist brasilianische Kultur und Folklore.
Aus ihrem Ursprung zur Sklavenzeit entwickelte sich die Capoeira zu einer faszinierenden Körpersprache. Es sind Intuition, Improvisation und Kreativität gefragt, Kämpfen und Spielen, Aggressivität und Poesie.
Sklaverei und Kampfsport
Capoeira, eine Idee der afrikanischen Sklaven in ihrem Kampf um Freiheit als Antwort auf eine Kultur der Unterdrückung und des Leidens. Sie ist eine Kampfkunst die sich in Brasilien aus traditionellen Tänzen, Riten und Kämpfen entwickelte. Den Sklaven war untersagt Kampfsport zu betreiben. Sie erfanden aus diesem Grund Wege mit Musik und Tanz
Quilombos Die unmenschlichen Lebensbedingungen auf den Plantagen, schlechte Ernährung, unbegrenzte Arbeitszeiten, Strafen und Folter beschränkten die Lebenserwartungen der Sklaven. Im Dschungel, in den Quilombos war die Lebenserwartung nicht viel höher, doch das Leben war frei. Zunehmend flohen Sklaven vor ihren Herren um in diesen Urwaldsiedlungen zu leben und sich dort im Kampf zu üben um auch waffenlos gegen die Privatarmeen der Sklavenbesitzer zu bestehen. Seit 1575 entstanden immer mehr Quilombos an unzugänglichen Orten im Dschungel. Palmares, das im Süden Pernambucos ca. 1602 entstand war wohl der berühmteste Quilombo mit langem Bestand gegen die Gewalt von Außen und seinem berühmten und in Capoeiraliedern oft besungenem Führer Zumbi.  
diverse Defensiv- und Offensivtechniken zu erlernen, die aus täuschenden, grazilen, weichen und fließenden Bewegungen sehr Gefährliche machen konnten.
Staatliche Autorität Bis 1807 fand Capoeira nur versteckt im Dschungel statt, danach breitete sich der Kampf auch in den Städten aus. Als die portugiesische Königsfamilie nach Brasilien auswanderte begann unter Polizeichef Vidigal eine Gewaltwelle über Quilombos, Candomblés (afro- brasilianische Kulte) und Capoeiristas einzubrechen. Die Capoeiristas wurden von 1864-1870 gezwungen für den König in den Krieg zu ziehen trotzdem hörte auch nach Ausrufung der Republik die brutale Verfolgung nicht auf. Capoeira war somit von Anfang an ein illegaler Kampf, der auch noch lange Zeit nach der Sklaverei von der staatlichen Autorität verfolgt (seit 1890 auch strafrechtlich) und missbilligt wurde. Diese Tatsache, wie auch blutige Straßenkämpfe und mysteriöse Geschichten krimineller und undurchsichtiger Gestalten,
machten es der Capoeira lange schwer sich als nationaler, traditioneller Sport durchzusetzen. Seit 1900 gibt es eine zunehmende Afrikanisierung der brasilianischen Kultur in Tanz, Musik, Folklore, Religion und Sprache. Capoeira wurde aber erst seit ca. 1937 stillschweigend geduldet. Mestre Pastinha & Bimba Vor allem in Bahia überlebte Capoeira und entwickelte sich neu. Mit Mestre Pastinha und Mestre Bimba gründeten sich zwei Capoeiraschulen mit ganz unterschiedlichen Zielen. Mestre Pastinha als berühmtester Angoleiro praktizierte das ganz traditionelle Capoeira Angola. Mestre Bimba gründete 1932 auf dem Pelourinho in Salvador da Bahia eine Akademie und entwickelte aus dem
Capoeira Angola die Capoeira Regional, wobei den Angoleiros zu viele traditionelle Aspekte spielerischer, spiritueller und musischer Natur verloren gingen auf Kosten eines sportlich strukturierten Aspektes.
Capoeira wird öffentlich Bimba (Manoel dos Reis Machado) kreierte Trainingssequenzen, stellte Capoeira-Regeln auf und integrierte neue Bewegungstechniken die sicher auch aus Einflussbereichen anderer moderner Kampfsportarten kamen. Er erreichte 1936 eine staatliche Anerkennung seiner Schule und eine Eintragung in das Amt für Kultur, Gesundheit und Schulwesen. Seine Arbeit die Strassencapoeira in eine Form zu bringen wurde endgültig gewürdigt als er von General Magalhaes die Erlaubnis erhielt das erste Mal Capoeira öffentlich als
Kultur Brasiliens mit Tanz - und Folklorecharakter vorzuführen. 1972 wurde Capoeira von der Regierung offiziell als Sport anerkannt und es wurden Regeln im "„Regulamento Técnico de Capoeira“" aufgestellt. Capoeiraarbeit als Hilfe Die heutige Capoeira ist ein Lebensstil, verbindet Tanz und Kampf, Gewalt und Ästhetik, Spiel und tödlichen Ernst, Ritual und Spontaneität, Magie und Realitätssinn. Auch heute noch dient Capoeira in Brasilien als Lebenstraining, dem Überleben und Aufbau der Person und Kultur gegen die Unterdrückung. Es findet viel Capoeiraarbeit mit Kindern in Favelas und aus den untersten Schichten statt um sie zu stärken, nicht selten aus I dealismus unentgeltlich und verbunden mit sozialer und politischer Schulung.
Kultur mit Vielfalt Capoeira entwickelte sich auf diese Weise  als eine der 4 wichtigsten Formen expressiver Kultur im Reconcavo Baiano. Neben Capoeira sind Candomblé, Samba und Makulele zu nennen. Makulele steht in enger Verbindung zu Capoeira und ist ein Stockkampf in tänzerischer Form. Höhepunkt einer brasilianischen Capoeirashow ist oft Makulelé mit Schwertern die bei den Schlägen gegeneinander aufblitzen (Makulele wird wie Capoeira zu zweit gespielt, wobei 2 der Stöcke der Spieler in einem bestimmten Rhythmus gegeneinander geschlagen werden).
Globale Ausübung Heute findet man Capoeira in ganz Brasilien, vor allem aber in Bahia, an jeder Straßenecke und an jedem Strand. Im Spiel ist im Gegensatz zu früheren  Zeiten der Kampf nicht mehr lebensnotwendig und das Geistige und die Kunst kann mehr zum Tragen kommen, was vor allem in Europa oder Amerika geschieht. Nicht selten ist das Lehrangebot in Europa eher künstlerisch - kämpferisch mit akrobatischem Spiel, während die Prägung in Brasilien noch stärker kämpferisch ausgerichtet ist. Auch Frauen nehmen zunehmend an der Capoeira teil, in der Geschichte gibt es nur Wenige, so soll Mestre Bimba nur 6 Frauen hauptsächlich für öffentliche Auftritte unterrichtet haben.
Geschichte
Capoeira Essen e.V.